DDR Mode heute
Als langweilig und trist wird die DDR Mode heute nicht mehr angesehen. Man ist sich einig, dass die Genossen in Ostdeutschland nicht nur Kittelschürze oder Parteioutfit trugen. Die Glanzstücke und die kreativen Ideen, die es in der Modeszene der DDR gab, werden mittlerweile scharf ins Auge gefasst, gefeiert und publik gemacht. Ganze Bücher füllen heutzutage die Kreationen des ostdeutschen Staats. Ostalgisch blickt man zurück auf den jahrzehntelangen Versuch, so billig wie möglich ideologisch korrekte Modestücke zu vertreiben und ebenso ostalgisch werden die Versuche betrachtet, aus dieser Planwirtschaft der Modeindustrie mit eigenen Kreationen auszubrechen.

Besonders der einfallsreichen Untergrundmode sind ganze Ausstellungen und Untersuchungen gewidmet. Die Bemühungen der rechtswidrigen Designer haben sich gelohnt: Heute werden ihre Modestücke geschätzt, viele der damaligen Individualisten sind heute bekannte Designer oder führende Persönlichkeiten an Kunst- und Modehochschulen. Die DDR Regierung wollte mit ihrer Staatsmode ein ideologisches Lebensgefühl vermitteln: politisch korrekte Mode für eine staatstreue Bevölkerung. Doch das Beispiel der DDR Mode zeigt wie kein zweites, dass Mode und Kreativität untrennbar miteinander verbunden sind, eigene Designs und Vorstellungen sich immer ihren Weg bahnen. Der Wunsch nach Freiheit, Selbstbestimmtheit und Individualität ist stärker als jede Staatsvorgabe. Das zeigt die Mode der DDR auf imposante Weise.