Mode des Osten
Unabhängig, stark und selbsttätig sollte die Frau in der Deutschen Demokratischen Republik sein. Und so sollte sie sich auch kleiden. Was als DDR Mode (Quelle: 20Jahrhundert.de) in Geschäfte der DDR kam, wurde immer erst nach ideologischen Kriterien überprüft. Bekleidung als kollektives Lebensgefühl des sozialistischen Staats - auch in Sachen Fashion wünschte der DDR Staat keine Individualität, sondern fertigte Mode nach Plan.

Unabhängig, stark und selbsttätig war die Frau aus der DDR - wie es die Regierung von ihr forderte - besonders in Sachen Mode. Die minderwertigen Stoffe, langweiligen Schnitte und der ständige Mangel an Farbe der staatlich geprüften Mode von der Stange ließen die Nähmaschine für viele Frauen zur wichtigsten Begleiterin in puncto Styling und Design werden. Die Modestücke der DDR blieben aus mehreren Gründen einfach, einfallslos und eintönig. Der Staat gab auch im Lebensbereich Mode genaue Vorgaben.
Jeder Schnitt, jeder Entwurf wurde auf seine ideologische Tauglichkeit überprüft. Die angenommenen Designs wurden schließlich mit den zur Verfügung stehenden Mitteln für das Volk produziert - oft unter Tränen der Designer. Denn es herrschte auch in der Bekleidungsindustrie Mangelware. Schnitte wurden vereinfacht, Details in den Designs übergangen und die Bekleidungsideen mit minderwertigen Stoffen realisiert. Es war kein Geld da für raffinierte Mode in höchster Qualität, für Einfallsreichtum und Innovation oder für ein bißchen Farbe.
Zwar besaß die DDR hochwertige Textilmaschinen und kreative Ideen, doch wurde beides nur ins Ausland exportiert. Das 1952 geschaffene Institut für Bekleidung und das spätere Modeinstitut hielten die nach Mode dürstende Bevölkerung an der kurzen Leine - bis in die 60er Jahre gab es nicht einmal eine eigene Kollektion für Jugendliche.